acht­gliedriger Yoga-Pfad

Der achtgliedrige Yogapfad des Patanjali

Yoga wird im Westen häufig auf den körperlichen Aspekt reduziert. Dabei geht dieses Wort weit über diese reine Körperlichkeit hinaus.
Bereits 400 v. Chr. beschrieb der Weise Patanjali (sprich: Pa-tann-scha-lie) in seinen Yoga-Sutren einen achtgliedrigen Pfad (Ashtanga Marga), dessen einzelne Bestandteile eine Art Lebensanleitung darstellen. Diese Einzelteile dienen zur Überwindung von Hindernissen (sog. Kleshas und Samskaras), die unseren Geist immer wieder ablenken und letztendlich zu Leid führen. Ziel des Yoga ist für Patanjali, sich über regelmässiges und ausdauerndes Praktizieren von diesem Leid zu befreien.

Jedes einzelne Element wurde von Patanjali sehr konkret formuliert. Die empfohlenen Verhaltensweisen sind sehr lebensnah und verblüffen durch eine auch heute noch gültige Aktualität.
Auch wenn sie in eine Art Ordnung gebracht wurden, sind die Einzelelemente nicht als zwigend aufeinander folgende Stufen zu verstehen. Diese acht Glieder beeinflussen sich vielmehr wechselseitig, unterstützen und stärken sich, greifen ineinander und formen letztendlich eine stimmige Einheit.
Über unser eigenes regelmässiges und konsequentes Praktizieren können wir letztendlich diese Einheit selbst erleben. Die Verbindung von menschlichem Leben, unserer Umwelt und dem Universum wird spürbar.

Der achtgliedrige Pfad des Patanjali auf einen Blick:
Kriya-Yoga (praktischer Yoga)

1. Yamas – der Umgang mit der Umwelt
2. Niyamas – der Umgang mit sich selbst
3. Asanas – der Umgang mit dem Körper
4. Pranayama – der Umgang mit dem Atem
5. Pratayahara – der Umgang mit den Sinnen

Raya-Yoga (königlicher Yoga)

6 – 8. Samyama – der Umgang mit dem Geist:
6. Dharana – Konzentration
7. Dhyana – Meditation
8. Samadhi – das Höchste: die innere Freiheit

  1. Ahimsa (Gewaltlosigkeit)
  2. Satya (Wahrhaftigkeit)
  3. Asteya (Nicht-Stehlen)
  4. Brahmacharya (Maßhalten)
  5. Aparigraha (Nicht-Horten)

 

  1. Shauca (Sauberkeit, Reinheit)
  2. Samtosha (Genügsamkeit, Bescheidenheit)
  3. Tapas (körperliche Ertüchtigung, Selbstdiziplin)
  4. Svãdhãya (Selbststudium, Selbstreflexion)
  5. Ishvara-Pranidhãna (Hingabe, Vertrauen in eine höhere Kraft)

Quelle dieser Einführung war u.a. ein Artikel von Anna Trökes, der unter https://www.yogaeasy.de/artikel/der-achtgliedrige-pfad-des-yoga–2 nachzulesen ist. Anna Trökes ist eine der bedeutensten Yogalehrerinnen im deutschen Sprachraum und hat das Wissen um diesen achtgliedrigen Pfad in sehr präziser und verständlicher Weise zusammengefasst.